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Glücksforschung & Wunderfrage

Theoretische Einführung der Glücksforschung


Das Untersuchungsobjekt der Glücksforschung ist das Glück der Menschen.

Dabei lassen sich verschiedene Schwerpunkte unterscheiden:

Die Philosophie hat mit Aristoteles sowie der Idee des „Guten Lebens“ einen Startschuss zur Definition von Glück und der Glücksforschung geleistet.

Die Hirnforschung untersucht die Gehirnareale, die bei Zufriedenheit, Offenheit oder Neugierde aktiv sind.

Die Positive Psychologie unternimmt mit der Glücksforschung den Versuch die Bedingungen zu definieren, die die Menschen über mentale Gesundheit hinaus, glücklich machen.

Die Ökonomie fokussiert das Glück der Menschen mit der Idee, welche Bedürfnisse durch Werbung geweckt oder mit Konsum bedient werden können. Begriffe aus diesem Feld sind auch die Work-Life-Balance oder Konzepte in denen die Ökonomie dem Gemeinwohl unterworfen ist. Dabei ist auch der World-Happiness-Report zu nennen. Hier werden die Länder in einer Reihenfolge gelistet anhand der Zufriedenheit ihrer Einwohner:innen.

Unserem soziologischen Blick gerecht zu werden, zitieren wir hier Alfred Bellebaum. Der Soziologe beschreibt die Geschichte der Glücksforschung in einem Interview kurz folgendermaßen:

„Von der Antike über das Alte Testament und die Philosophie der Neuzeit bis hin zum heutigen Tag gibt es eine Übereinstimmung in zumindest zwei Fragen: darin, dass der Mensch nach Glück strebt. Aristoteles brachte das auf die kurze Formel: Alle Menschen möchten glücklich sein. Und darin, dass Glückserlebnisse zeitlich begrenzt sind. In diesen Einsichten sind wir nicht weiter als früher.“

Er negiert dabei eine allgemeine Definition von Glück.

„Ich definiere das Glück nicht. Für mich ist Glück das, was sich Menschen unter Glück vorstellen. Aristoteles verstand unter Glück eine vernunftgemäße Lebensweise. Das hat aber mit dem Glück der Psychotikerin, die nach einem Klinikaufenthalt erstmals ihr Kind wieder sieht, nicht das Geringste zu tun! Es gibt so unterschiedliche individuelle und gesellschaftlich vermittelte Glücksvorstellungen, dass alle Versuche, zu einer verbindlichen Definition zu kommen, fehlschlagen müssen.“

Zusammengefasst gibt es unterschiedliche wissenschaftliche Perspektiven, aus denen der Untersuchungsgegenstand menschlichen Glücks betrachtet wird.


Die Wunderfrage als lösungsorientierte Haltung in der Praxis


Für ein praktisches Beispiel im Coaching lässt sich die Intervention der Wunderfrage aus der „Lösungsfokussierten Kurztherapie“ nennen:

„Angenommen, während du schläfst, geschieht ein Wunder und dein Problem ist gelöst. Woran würdest du das am nächsten Morgen bemerken?“

Im lösungsorientierten Ansatz wird das erwünschte Erleben in der Zukunft fokussiert. Damit gelingt ein Perspektivwechsel weg vom Problemerleben, hin zum erwünschten Erleben. Eigene Ressourcen, Handlungsmöglichkeiten und erste Schritte von Lösungsversuchen werden in den Blick genommen und bekommen dadurch mehr Aufmerksamkeit und Kraft. Damit lässt sich im systemischen Coaching vom Problemerleben weg, hin zum erwünschten Erleben eine praktische Übung im Feld der Glücksforschung verorten.

Quelle: Ganz viel Glück, unter URL: https://www.graetz-verlag.de/postkarte-ganz-viel-glueck.


Weiterführende Literatur:


De Shazer, Steve (1995): Wege der erfolgreichen Kurzzeittherapie.


Goetsch, Monika (1999): Was man besitzt verliert den Reiz. Ein Interview mit dem Glücksforscher Alfred Bellebaum. Unter URL: http://www.artediem.net/content/bellebaum.html (Abruf: 05/2022).


World-Happiness-Report 2022: unter URL: https://worldhappiness.report/ed/2022/ (Abruf 05/2022).


"Ganz viel Glück", unter URL: https://www.graetz-verlag.de/postkarte-ganz-viel-glueck (Abruf 05/2022).

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