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Was ist der "systemische Ansatz"?


Der systemische Ansatz und seine Entwicklung lassen sich praktisch und theoretisch herleiten.


Praktisch ergab sich im therapeutischen Kontext die Erfahrung langfristiger Erfolge durch die Integration der Interaktionssysteme wie beispielsweise Familien bei Suchterkrankungen.[1]


Die Theorie entwickelte sich laut dem Dachverband Systemische Gesellschaft als Paradigma verschiedener theoretischer Denkansätze wie die Allgemeine Systemtheorie, Autopoiesetheorie, Kybernetik (2. Ordnung), Synergetik, Kommunikationstheorie, Konstruktivismus, sozialer Konstruktionismus, Theorie der Selbstreferentialität, der Selbstorganisation und dynamischer Systeme, Chaostheorie.[2]


Der systemische Ansatz findet Ausdruck in Coaching, Supervision, Beratung, Therapie, Organisationsentwicklung und Sozialarbeit.


In dieser praktischen Arbeit gibt es mit dem systemischen Ansatz folgende Haltungen und Annahmen.

Es gibt die Annahme, dass das Anliegen (die Störung oder das Problem) im Kontext einen guten Grund haben. Statt einer Defizitorientierung auf den Menschen, gibt es einen starken Fokus auf Ressourcen und Qualitäten gerichtet. „Systemisches Arbeiten […] geht davon aus, dass Menschen stets versuchen, sich so an ihre Umwelt anzupassen, dass diese in ein Gleichgewicht kommt, selbst wenn dies oft ein Leiden zum Preis hat.“[3] Dabei bleibt der Fokus stark lösungsorientiert, auch wenn das „Problem“ als bisher bestmögliche Lösungsstrategie gewürdigt wird.

Derjenige mit einem Anliegen wird dabei als Experte für seine Situation betrachtet. Das bedeutet auch, dass eine langfristige Lösung vor allem durch die Entwicklung eigener Lösungsstrategien selbst gefunden wird. Der Berater/ Therapeut/ Coach/ Organisationsentwickler/ Supervisor hält dabei die Haltung einer Möglichkeit einer Lösung und einer Zuversicht der Selbstwirksamkeit des Gegenübers aufrecht. Dadurch tritt das Expertentum in den Hintergrund und er wird eher zum Begleiter und Mitsuchenden. Seine Haltung ist dabei wertschätzend, offen, neugierig, allparteilich und im „mailändischen Sinne“ respektlos gegenüber dem Problem.

Eine interessante Frage zur Verdeutlichung der Lösungsorientierung des Problems ist die Frage „Wer würde das Problem vermissen?“


Abb 1: "Sie haben da was in der Hand"














Zur Unterscheidung zwischen Beratung und Therapie hier noch eine kleine Erläuterung:


Die systemische Beratung ist interessiert die Handlung zu fördern bspw. in Form einer Aktion, Interaktion oder Kooperation um Menschen oder Organisationen in ihrer Handlungsfähigkeit zu stärken. Beispiele für Kontexte von Beratung zur Bearbeitung von sozialen und lebensweltlichen Themen sind: Jugendhilfe, Schule, Erziehungsberatung, Paar-, Familien- oder Einzelberatung.


Die systemische Therapie ist interessiert daran Zusammenhänge und Muster aufzudecken, die beispielsweise transgenerational (über Generationen hinweg) bestehen. Dabei steht im Fokus die Unterstützung von Menschen und Organisationen bei der Selbstreflexion. Beispiele für die Kontexte von Therapie zur Bearbeitung von Leiden, Mustern und Verhaltensweisen, die die Lebensqualität mindern sind: Einzeltherapie von Erwachsenen oder Jugendlichen, Familien- und Paartherapie.


Literatur


nachweise:

[1] Rotthaus, Wilhelm: Was heißt systemisch?, unter URL: https://www.dgsf.org/service/was-heisst-systemisch/historisches.html (Abruf am 01.12.2020) [2] Was ist systemisch?, unter URL https://systemische-gesellschaft.de/systemischer-ansatz/was-ist-systemisch/ (Abruf am 01.12.2020) [3] Systemischer Ansatz, unter URL https://systemische-gesellschaft.de/systemischer-ansatz/ (Abruf am 01.12.2020)


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